Lithiummineral 2030: Globaler Nachfrageanstieg und Auswirkungen

Im heutigen Zeitalter der Elektrizität spielt das Mineral Lithium, oft auch als „Weißöl“ bezeichnet, eine zentrale Rolle bei der weltweiten Energiewende. Als Dreh- und Angelpunkt für Elektrofahrzeugbatterien und die Speicherung erneuerbarer Energien steigt die Nachfrage nach Lithium stark an. Die volatilen Preise und ein potenzielles Ungleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage sorgen jedoch in verschiedenen Branchen für Verwunderung und Unsicherheit. Dieser umfassende Überblick befasst sich mit der bevorstehenden „Lithiumkrise 2030“ und bietet Einblicke in Prognosen, globale Auswirkungen und strategische Maßnahmen von Unternehmen zur Bewältigung der potenziellen Knappheit.

Lithiummineral

Lithium-Knappheit 2030: Prognosen und globale Auswirkungen

Da sich der weltweite Energiebedarf von fossilen Brennstoffen hin zu Strom und erneuerbaren Energien verlagert, hat sich Lithium den Spitznamen „Weißöl“ verdient. Die schwankenden Preise für Lithiumcarbonat im vergangenen Jahr haben jedoch die Frage aufgeworfen, ob ein Überangebot an Lithium besteht.

Doch wie heißt es so schön: „Wie man in den Wald ruft, so schallt es heraus.“ Mit der steigenden Nachfrage nach Lithium könnte die Welt mit einem Lithiummangel konfrontiert sein. Einige Analysten prognostizieren, dass dieser Mangel bereits 2025 auftreten könnte, während andere glauben, dass er sogar noch länger anhalten könnte.

Das Forschungsunternehmen BMI, eine Tochtergesellschaft von Fitch Solutions, prognostiziert unter anderem einen Lithiummangel bis 2025. In einem aktuellen Bericht führt es den Mangel vor allem darauf zurück, dass Chinas Lithiumbedarf das Angebot übersteigt. Der Bericht hebt hervor, dass Chinas Lithiumbedarf allein für Elektrofahrzeuge zwischen 2023 und 2032 voraussichtlich um durchschnittlich 20,41 Tonnen pro Jahr steigen wird. Demgegenüber wird Chinas Lithiumangebot im gleichen Zeitraum voraussichtlich nur um 61 Tonnen pro Jahr wachsen, was laut BMI nicht einmal ein Drittel des prognostizierten Bedarfs decken wird.

Laut dem „World Energy Statistics Yearbook 2023“ des Energieinstituts erreichte die weltweite Lithiummineralproduktion im Jahr 2022 130.400 Tonnen. Australien, Chile und China waren die drei größten Produzenten mit einer Produktion von 61.000 Tonnen, 38.900 Tonnen bzw. 19.000 Tonnen. Zusammen machten diese drei Länder 911 TP3T der weltweiten Produktion aus.

China ist der drittgrößte Lithiumproduzent weltweit, und Lithium ist ein wesentlicher Bestandteil von Elektrofahrzeugbatterien. Im Jahr 2021 betrug die weltweite Lithiumproduktion 540.000 Tonnen. Das Weltwirtschaftsforum schätzt, dass der weltweite Bedarf bis 2030 drei Millionen Tonnen übersteigen wird.

Das Wachstum der Lithiumnachfrage ist eng mit dem Anstieg der Elektrofahrzeuge verbunden. Prognosen zufolge werden die Verkäufe von Elektrofahrzeugen bis 2023 13,8 Millionen erreichen und bis 2030 auf über 30 Millionen ansteigen. Die Internationale Energieagentur (IEA) prognostiziert, dass die weltweiten Verkäufe von Fahrzeugen mit alternativen Antrieben bis 2025 11,4295 Millionen erreichen werden, mit der Hoffnung, dass diese Zahl bis 2030 auf 22,4251 Millionen steigen wird. Es wird erwartet, dass bis Ende 2025 ein geringer Mangel an Lithiumcarbonat von 40.000 bis 60.000 Tonnen bestehen wird. Bis Ende 2030 dürfte sich der Mangel jedoch auf 768.000 Tonnen ausweiten.

Lithiumknappheit 2030: Prognosen und Bergbautrends

Knappheit erst ab 2030?

Einige Analysten gehen zwar davon aus, dass das Defizit nicht so bald entstehen wird, prognostizieren aber dennoch einen Mangel bis 2030. Nach Schätzungen von Rystad Energy kann die Erschließung weiterer Lithiumminen und Explorationsprojekte zwar die rasant steigende Nachfrage decken, das Unvermeidliche aber nur um einige Jahre hinauszögern. Das Energieforschungsunternehmen berichtet, dass sich derzeit Hunderte von Lithiumprojekten in der Exploration befinden. Geologische Komplexitäten und zeitaufwändige Genehmigungsverfahren stellen jedoch Herausforderungen dar.

Daten von Refinitiv zeigen, dass es derzeit weltweit nur 101 Lithiumminen gibt. Prognosen zufolge wird das Gesamtangebot an Lithiumminen in den Jahren 2023 und 2024 um 301 bzw. 401 TP3T steigen. Angesichts der weltweiten Förderung elektrifizierter Verkehrsmittel werden die Bergbauunternehmen weiterhin bestehende und neue Projekte entwickeln. Obwohl dies auf einen globalen Lithiumüberschuss bis 2024 hindeuten könnte, könnten Engpässe ab 2028 die Lieferkette belasten.

Auch wenn die weltweiten Lithiumvorräte in den nächsten Jahren reichlich erscheinen, sind regionale Versorgungsungleichgewichte unvermeidlich. Die Abbau- und Verarbeitungskapazitäten in den USA und Europa könnten mit der Nachfrage nach Elektrofahrzeugbatterien nicht Schritt halten. Bis Ende dieses Jahrzehnts könnte die globale Batterieversorgungskette erneut mit einem Lithiumdefizit konfrontiert sein, da das Angebotswachstum hinter der Nachfrage zurückbleiben könnte.

Lithiumpreis-Achterbahnfahrt, Bergbaukonzerne beschäftigt

Der sichtbare Lithiummangel hat bei den nachgelagerten Batterieherstellern die Sorge vor einem „Lithiummangel“ ausgelöst. Schließlich haben die steigenden Preise für vorgelagerte Rohstoffe im letzten Jahr die Gewinne der nachgelagerten Hersteller geschmälert.

Doch in dieser Welt muss alles, was steigt, auch wieder fallen. Der jüngste Einbruch der Lithiumpreise in Verbindung mit dem rasanten Anstieg der nachgelagerten Produktion von Power-Batterien hat zu Überkapazitäten geführt. Daten zeigen, dass Chinas Produktion von Power-Batterien im Jahr 2022 545,9 GWh erreichte, ein Wachstum von 148,51 TP3T im Vergleich zum Vorjahr. Im gleichen Zeitraum wurden nur 294,6 GWh Power-Batterien installiert, ein Wachstum von 90,71 TP3T im Vergleich zum Vorjahr. Von Januar bis Juli 2023 betrug die kumulierte Produktion und Installation von Power-Batterien 354,6 GWh bzw. 184,4 GWh.

Offensichtlich ist die Produktion von Antriebsbatterien etwa doppelt so hoch wie die tatsächlich installierte Menge, wobei das Produktionswachstum das Installationswachstum deutlich übersteigt. Die Auswirkungen auf die Kapazität sind nicht zu unterschätzen. Selbst Batteriegiganten wie CATL verzeichneten in den letzten Jahren einen Rückgang der Kapazitätsauslastung, was sich unweigerlich auf die Lithiumpreise im Upstream-Bereich auswirken wird.

In Wirklichkeit ist weder ein Aufschwung noch ein Einbruch das, was die nachgelagerte Batterieindustrie sehen möchte: Preisspitzen erhöhen die Produktionskosten, während Preisrückgänge zu einer Abwertung der Lagerbestände führen können, was sich negativ auf die Finanzen auswirkt. Was die Unternehmen wünschen, sind relativ stabile Rohstoffpreise.

Um dies zu erreichen, haben viele Batteriehersteller in den letzten Jahren keine Kosten gescheut, um im In- und Ausland nach Lithiumminen zu suchen. Angesichts der schwankenden Lithiumpreise bedeutet der Besitz einer Mine Verhandlungsmacht und die Möglichkeit, Premiumpreise durchzusetzen. Deshalb mischen selbst Batteriegiganten wie CATL mit und erwerben oder investieren in Lithiumbergbauunternehmen. Und die Suche nach Minen im Inland reicht ihnen nicht; diese Titanen zielen auch auf das Ausland ab.

Lithiummineral

Südamerikas Dominanz in der weltweiten Lithiummineralproduktion

Laut dem „World Energy Statistics Yearbook 2023“ produzierte Südamerika im Jahr 2022 47.500 Tonnen Lithiummineral, was 36,41 TP3T der weltweiten Produktion entspricht. Unter den fünf größten Lithiumförderländern befinden sich drei südamerikanische Staaten (Chile, Argentinien und Brasilien). Der Abbau von Lithiummineral könnte für diese rohstoffreichen Länder eine bedeutende Chance darstellen und auch ein Ziel für chinesische Unternehmen sein, ihre Mineralquellen im Ausland zu erweitern.

Berichten zufolge plant BYD den Bau einer Lithiumkathodenfabrik im Norden Chiles. Dieses Projekt soll während der Investitionsphase 500 Arbeitsplätze schaffen. Im Gegenzug erhält das Unternehmen bis 2030 jährlich rund 12.500 Tonnen Lithiumcarbonat in Batteriequalität zu einem Vorzugspreis. Am 5. Juli gab das Unternehmen bekannt, drei Fabriken in Brasilien bauen zu wollen. Diese sollen der Produktion von Personenkraftwagen mit alternativer Antriebstechnologie, der Verarbeitung von Lithium-Eisenphosphat-Batteriematerialien sowie der Herstellung von Elektrobussen und Lkw-Chassis dienen. Die Anlagen sollen voraussichtlich in der zweiten Jahreshälfte 2024 in Betrieb gehen.

CATL (Ningde Era) lässt sich auch südamerikanische Chancen nicht entgehen. Am 20. Juni dieses Jahres bestätigte CATL eine Investition von 1,4 Milliarden TP4B1,4 Milliarden, um gemeinsam mit der bolivianischen Regierung die Lithiumvorkommen in den Salzseen des Landes zu erschließen und zwei Lithiumsalzverarbeitungsanlagen zu errichten. Berichten zufolge wird CATL Lithiumvorkommen aus den bolivianischen Salzseen Uyuni und Oruro gewinnen. Die beiden Lithiumsalzverarbeitungsanlagen haben eine geschätzte jährliche Produktionskapazität von 25.000 Tonnen Lithiumcarbonat in Batteriequalität. Der Bau der Anlagen soll im Juli beginnen, und die Gesamtinvestition für nachfolgende Projekte wird voraussichtlich auf rund 1,4 Milliarden TP4B9,9 Milliarden steigen.

Neben Südamerika entwickelt sich Afrika zu einem vielversprechenden Lithium-Mineralgebiet. Insbesondere der Lithiumabbau in Simbabwe nimmt Gestalt an. Laut einem Bericht des US Geological Survey (USGS) verfügt Simbabwe über die siebtgrößten Lithiumreserven weltweit und liegt in Afrika an der Spitze. Bis 2025 werden Simbabwes Lithiumvorräte voraussichtlich 113.000 Tonnen LCE erreichen, etwa 8,31 TP3T der weltweiten Gesamtmenge, was Simbabwe zu einer aufstrebenden Lithium-Großmacht macht.

Abschluss:

Die Rolle des Lithiumminerals in unserer elektrifizierten Zukunft kann nicht hoch genug eingeschätzt werden. Da die Welt stark auf Elektrofahrzeuge und erneuerbare Energien setzt, wächst die Nachfrage nach diesem „weißen Öl“ rasant. Dies zwingt Industrien und Länder dazu, ihre Lieferketten strategisch zu sichern. Von der turbulenten Preisdynamik bis hin zu den strategischen Schritten von Batteriegiganten wie CATL ist die Lithiumlandschaft vielversprechend und herausfordernd zugleich. Angesichts der Dominanz Südamerikas und des wachsenden Potenzials Afrikas rückt die globale Lithiumproduktion zudem in den geopolitischen und wirtschaftlichen Fokus. Auf dem Weg ins Jahr 2030 müssen Industrie, Regierungen und Interessengruppen wachsam und proaktiv bleiben und sicherstellen, dass Lithium bleibt sowohl zugänglich als auch nachhaltig für eine grünere Zukunft.

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